Gruppenkommunikation zwischen Stehleuchten

Genau dort, wo die Wirkung unterschiedlicher Umgebungssituationen und Arbeitsweisen erforscht werden, kommt jetzt auch für die Mitarbeiter selbst ein zukunftsorientiertes zve_1Bürokonzept zum Einsatz. Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO hat in Stuttgart das „Zentrum für Virtuelles Engineering ZVE“ errichtet. Der Neubau des Stararchitekten Ben van Berkel von UNStudio Amsterdam sowie der ASPLAN Fachingenieure und Architekten aus Kaiserslautern setzt eindeutig Maßstäbe. Das Gebäude erhielt von der deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DGNB das Zertifikat in Gold für vorbildliche Effizienz, Umweltfreundlichkeit und Ressourcenschonung. Selbstverständlich floss das eigene wissenschaftliche Know-how der Wissenschaftler am Fraunhofer IAO in Planung und Umsetzung ein.

Bedarfsorientierte Arbeitsplätze
Die Büro- und Laborflächen sind auf vier Ebenen verteilt und um ein offenes Atrium angeordnet. Kommunikation und Austausch sind insbesondere für die Forschung wichtige Bestandteile – diese sollten durch die Architektur gefördert werden. Deshalb durchbrachen die Planer traditionell in der Gebäudestruktur verankerte Kommunikationsbarrieren. Atrium und Treppen verbinden die einzelnen Stockwerke und Arbeitsbereiche. Arbeitsräume fließen ineinander und variierende Raumhöhen geben stockwerksübergreifende Ein- und Ausblicke.

Die bereitgestellte Infrastruktur an den Arbeitsplätzen ist genau auf den jeweiligen Bedarf abgestimmt. Unterschiedliche Ausprägungen der Projektarbeit erfordern verschiedene Möglichkeiten für das Arbeiten.
Flexible Arbeitsplätze ermöglichen es, je nach Projekt, unterschiedliche Wissensträger räumlich einzubinden. Auch unterschiedliche Arbeitssituationen werden berücksichtigt, indem den Wissenschaftlern Rückzugsorte, Bereiche für die ungestörte Arbeit in Kleingruppen, für spontane Treffen oder geplante Besprechungen zur Verfügung stehen.

Die Beleuchtungslösung: flexibel und intelligent

All das macht flexible Beleuchtungslösungen notwendig, die sich an individuelle Anforderungen je nach Arbeitssituation und Nutzer des Arbeitsplatzes anpassen lassen. Daher kommen in dem Gebäude entsprechende Beleuchtungslösungen zum Einsatz.
Verschiedene Bereiche im ZVE wurden durch unterschiedliche Hersteller mit innovativen Beleuchtungslösungen ausgestattet. Auf „Ebene 2“ ist eine Lösung von Waldmann im zve_2Einsatz. Sie vereint Effizienz, Lichtqualität und Komfort. Möglich wird dies durch die Kombination der LED-Stehleuchte ATARO LED mit den beiden Lichtmanagementsystemen PULSE HFMD und PULSE TALK – Tageslicht- und Präsenzsensorik sowie funkbasierte Gruppenkommunikation.
Die flexible Stehleuchtenlösung kann sich neuen Arbeitsplatzkonfigurationen immer wieder anpassen. Zudem können die Leuchten ihr Licht jederzeit veränderten Anwesenheitssituationen im Büro angleichen. Der Mensch und seine Bedürfnisse stehen so im Fokus der Technologie. Lichtqualität und Lichtambiente steigern die Arbeitsplatzqualität.

Gruppenkommunikation durch Lichtmanagement
Ist das Büro komplett belegt, herrscht an jedem Arbeitsplatz die individuell gewünschte Arbeitsbeleuchtung. Sind nur vereinzelt Mitarbeiter anwesend, ist das Beleuchtungsniveau dort auf eine Grundbeleuchtung reduziert, wo sich niemand mehr aufhält. Das reduziert den Energieverbrauch, ohne auf ein angenehmes Lichtambiente zu verzichten. Kommt ein Mitarbeiter wieder an seinen Platz, passt sich das Licht entsprechend in seiner Umgebung an. Schon auf seinem Weg zum Arbeitsplatz gleicht sich die Beleuchtung seiner Präsenz an.
Das funktioniert, weil die Leuchten Gruppen zugeordnet sind. Innerhalb dieser genau definierten Gruppen tauschen sie Präsenzinformationen aus und erzeugen dementsprechend ein Lichtszenario.

Das Lichtmanagementsystem PULSE TALK ermöglicht ein effizientes Flächenlichtmanagement und zeichnet sich vor allem durch seine einfache Bedienung und Installation aus. Die Leuchten lernen sich automatisch ein. Eine Software wird zur Zuordnung nicht benötigt, daher sind neue Konfigurationen unkompliziert. Jede Zuordnung zu einem Bereich und einer Gruppe ist eindeutig und direkt am Modul ablesbar bzw. veränderbar. Außerdem kann die Beleuchtung am Arbeitsplatz individuell verändert werden, ohne dass die darum liegenden Leuchten beeinflusst werden.

Die Besonderheiten von PULSE TALK
Im Vergleich zu ähnlichen Lösungen nutzt PULSE TALK für die Kommunikation den EnOcean Funkstandard. Das System ist dadurch interoperabel und somit keine Insellösung, die nur für die Kommunikation zwischen den Leuchten genutzt werden kann. Über externe Funkschalter lassen sich bestimmte Leuchten auch gemeinsam oder einzeln schalten und dimmen. Auch weitere Raumfunktionen sind realisierbar.
Zum einen kann eine Leuchte der Gruppe beispielsweise die Masterfunktion übernehmen und die Flurbeleuchtung, die mit einem EnOcean-kompatiblen Funkaktor ausgestattet ist, ein- und ausschalten.
Um weiteres Energiesparpotenzial auszuschöpfen, bietet sich zum anderen die Anbindung an ein EnOcean Gateway hin zur Gebäudeautomation an. Somit ist es möglich, die Präsenzinformationen der Leuchten auch anderweitig zu nutzen. Als gewerkeübergreifende Lösung wird beispielsweise die Klimatisierung zonengenau und präsenzabhängig gesteuert.
Beides kann, je nach Einstellung, tageslicht- und präsenzabhängig oder ausschließlich präsenzabhängig erfolgen.
Weil das System bidirektional arbeitet, kann die Gebäude- oder Raumautomation auch Einfluss auf das Leuchtennetz nehmen. Sollte die Reichweite einmal nicht ausreichen, unterstützt PULSE TALK sogar als Repeater das Funknetz.

 

Schreib einen Kommentar